Tränenersatzmittel

Tränenersatzmittel – Was sie leisten können und worauf zu achten ist

Was sind Tränenersatzmittel?

Tränenersatzmittel – häufig auch als „künstliche Tränen“ bezeichnet – sind Tropfen oder Gele, die das Auge bei trockenen oder gereizten Augen unterstützen können. Sie enthalten Inhaltsstoffe, die dem natürlichen Tränenfilm ähneln, und sollen helfen, die Augenoberfläche zu befeuchten und zu stabilisieren. Sie kommen bei verschiedenen Formen des trockenen Auges ergänzend zum Einsatz.

Hinweis: Tränenersatzmittel behandeln in der Regel die Symptome, nicht die Ursache. Eine gezielte Untersuchung ist daher ratsam, um eine passende Therapie zu finden.

Warum die Wahl des richtigen Präparats entscheidend ist

Nicht jedes Tränenersatzmittel ist für jede Form des trockenen Auges gleichermaßen geeignet. Der Tränenfilm setzt sich aus drei funktionellen Schichten zusammen:

  • einer Lipid- (Fett-)Schicht zur Verdunstungshemmung,
  • einer wässrigen Schicht zur Befeuchtung
  • und einer Schleimschicht (Muzine) zur gleichmäßigen Verteilung.

Je nachdem, welche Schicht betroffen ist, kann ein speziell abgestimmtes Produkt notwendig sein. Ein wässriges Präparat allein reicht z. B. bei Lipidstörungen oft nicht aus. Eine individuelle Tränenfilmanalyse beim Augenarzt oder der Augenärztin hilft dabei, die optimale Produktwahl zu treffen.

Ein unpassendes Präparat kann unter Umständen die Beschwerden nicht ausreichend lindern oder sogar verstärken – etwa durch zu häufige Anwendung oder bei fehlender Wirkung auf die betroffene Tränenfilmschicht.

Sind Tränenersatzmittel auf Dauer schädlich?

Grundsätzlich sind moderne Tränenersatzmittel bei richtiger Auswahl und Anwendung gut verträglich. Dennoch gibt es einige Punkte, die zu beachten sind:

Konservierungsmittel

Problematisch bei häufiger Anwendung: Einige Mittel enthalten Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid, die bei langfristiger Nutzung die Augenoberfläche reizen oder beeinträchtigen können.

Lösung: Es gibt konservierungsmittelfreie Produkte in Einzeldosisbehältern oder speziellen Mehrdosisflaschen – diese gelten als besser verträglich bei regelmäßiger Anwendung.

Abhängigkeit durch Fehlanwendung?

Eine „Abhängigkeit“ im medizinischen Sinne entsteht nicht. Allerdings kann eine zu häufige Anwendung – insbesondere ohne ärztliche Kontrolle – dazu führen, dass die körpereigene Tränenproduktion nicht ausreichend stimuliert wird, wenn die Ursachen (z. B. Entzündung, Bildschirmarbeit) unbehandelt bleiben.

 

Fehlanwendung oder unpassendes Mittel

Wenn das falsche Produkt über längere Zeit verwendet wird (z. B. bei Lipidmangel ein rein wässriges Präparat), kann es zu anhaltenden Beschwerden oder unzureichender Wirkung kommen.

Die Rolle der richtigen Diagnostik

Eine Diagnostik in unserem DryEye Center kann helfen, die Ursache der Beschwerden zu klären, entzündliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten. Gerade bei chronisch trockenen Augen ist eine individuell abgestimmte Behandlung sinnvoll, die oft mehrere Therapiebausteine umfasst.

Fazit

Tränenersatzmittel stellen einen bewährten Bestandteil in der symptomatischen Behandlung des trockenen Auges dar. Sie können die Lebensqualität verbessern, wenn sie passend zur jeweiligen Form des Tränenfilmdefizits ausgewählt und richtig angewendet werden. Eine augenärztliche Untersuchung ist dabei ein zentraler Baustein, um die bestmögliche Versorgung sicherzustellen und mögliche Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen.

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